Schmeiss dein Handy weg,wenn es ein Nokia ist !

So hören sich derzeit die Forderungen in den Medien an.

Der Mobiltelefonhersteller macht sein Werk in Bochum zu, so ist es in den Zeitungen und in anderen Medien zu erfahren.

Nun gut, das ist nicht erfreulich für die Mitarbeiter vor Ort, aber so ist anscheinend die freie Marktwirtschaft, auch wenn es nicht jedem so gefällt.

Wie es derzeit alles abläuft ist allen Medien zu entnehmen,denke ich, also schreibe ich hier nicht über bergeweise Hintergründe zu diesem Thema.

Aber, wir haben die freie Marktwirtschaft, die Unternehmen sind zu Global Player geworden.
Die Gewinne müssen stimmen und wenn diese durch Werksverlagerungen gesteigert werden können,dann ist das ein Gewinn für die freie Marktwirtschaft.

Alle freuen sich,wenn deutsche Unternehmen Exportweltmeister werden,denn das erhält Arbeitsplätze hier.
Aber wenn nun andere Unternehmen genauso denken, dann sind die plötzlich die bösen.
Dabei handeln die nur im Sinne des Systemes.
Das Produkt kann nun günstiger hergestellt werden, ist doch auch was feines, vielleicht wird es dann auch hier ein bisschen billiger.
Ausserdem werden so in einem anderen Land Arbeitsplätze geschaffen.

Wenn bald niemand mehr sich die Produkte leisten kann, in den armen Staaten nicht mehr wo die Geräte hergestellt werden und hier nicht mehr da alle Arbeitslos sind, dann regelt das die freie Marktwirtschaft ebenfalls.
Wer nichts mehr verkaufen kann geht auf kurz oder lang Pleite.
Selber schuld.

Aber das ist die gleiche Debatte hier,wie bei den Mindeslöhnen.

Es ist doch einfach nur logisch, wer kein Geld hat,der kann sich keine solchen Artikel mehr leisten.
Folglich treffen sich die Unternehmen mit solchen Praktiken auf Dauer selber.
Nicht heute,nicht jetzt und nicht zum nächsten Börsenabschluss, dort werden Mitarbeiterentlassungen als Einsparungen und Gewinnsteigerungen mit guten Kursen gefeiert.
Aber in Zukunft,wenn nichts mehr verkauft werden kann,dann kommt auch kein Gewinn mehr vorbei.

Nun fordern und handeln machen Politiker,in dem sie ihre Telefone von Nokia gegen Geräte anderer Hersteller austauschen.

Herr Struck von der SPD hat sein Büro gebeten,ihm ein anderes Gerät zu besorgen.
Horst Seehofer von der CSU will ebenfalls sein privates Nokia entsorgen lassen.

Hier sind aber auch ein paar Radikale am Werke.

Zu welchem Hersteller wollen die denn alle wechseln ?
Siemens hat seine Sparte an BenQ verkauft,diese hat Pleite gemacht.
Alle haben geschrieen,aber niemand hat hier so radikal gehandelt und Siemens und BenQ aus seinem Haushalt verbannt.

Ich will das Thema hier nicht schönreden,aber kann es daran liegen,das bald wieder Wahlkampf ist ?

Warum wird gerade bei diesem Telefonhersteller so gehandelt,bei anderen Firmen wird nichts gemacht ?
Selektive Wahrnehmung, oder woran mag das liegen ?
Dann müsste doch über deutsche Autohersteller genauso geschimpft werden,weil die nicht mehr alle Modell hier herstellen lassen und Werke ins Ausland verlagert haben.
Zerstört doch auch Arbeitsplätze.

Weil Autos aus Mexiko,oder Osteuropa kommen werden weniger in Deutschland hergestellt und trotzdem Fahren Politiker mit diesen Marken manchmal durch die Lande.

Warum bei diesen Telefonhersteller an ein Boykott denken aber nicht bei den Autoherstellern die Werksteile ins Ausland verlagert haben.

Nun,die globale Politik ist schon ein schweres Thema, trotzdem ist Deutschland mittendrin und macht mit.
Dafür freuen sich dann wieder alle,wenn ein Unternehmen von woanders herkommt und hier sein Werk aufmacht.
Da werden dann die Menschen in anderen Staaten ein wenig traurig drüber sein.

Was am Ende einfach nur fehlt sind globalisierte Gewerkschaften.
Wenn ein Unternehmen ein Werk im Ausland schliessen möchte, und diese Firma ein Global Player ist,dann müssen direkt alle Werke wegen den Entlassungen bestreikt werden.

  1. drucker sagt:

    Die meisten denken leider nur bis zum nächsten Börsenabschluss, ähnlich Politiker die häufig nur bis zur nächsten Wahl denken.

  2. [...] Sie haben die gesetztlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen. Man gab dem Kind den Namen Globalisierung. Genauso ist jedoch auch der Mensch der heutigen Gesellschaft schuld. Alles soll möglichst [...]

  3. Hans Zwittel sagt:

    Die einzig konsequente Lösung wäre es, die Subventionen generell zu streichen und stattdessen die Steuern flächendeckend zu senken. Standorte würde dann nur noch mit der Qualität ihrer Infrastruktur und ihrer Arbeitskräfte konkurrieren. Und natürlich mit ihren Lohnniveaus.

    Hans

    http://www.westaflex-forum.de/2008/01/18/nokia-way-of-life/

  4. Sebastian sagt:

    Hallo alle zusammen bei tonnendreher.

    @ drucker : Leider ist es genau so. Dabei gibt es nach diesem Börsenabschluss noch viele weitere. Doch stattdessen wird heute ein Werk geschlossen,auf dem Papier wurden Kosten eingespart und der Kurs macht wiedermal einen guten Höchststand.

    Das irgendwann niemand mehr da ist,der das Produkt herstellt und niemand mehr der es kaufen möchte, das interessiert bei diesem Abschluss niemanden.

    @ Hans : Das wäre auf jeden Fall die Fairste Variante, ausserdem entspräche dies der Freien und liberalen Markwirtschaft.

    @ daburna : Auch wenn es ein Trackback ist antworte ich hier mal.
    Die anderen Firmen arbeiten, leider, genauso.
    Es wird da hergestellt wo der Kosten/Nutzen Faktor am besten ist.
    Hilfsarbeiter sind halt leider günstiger in den Billiglohnländern,daher kann man die Produktion dorthin verlagern.
    So ist das nun mal in den meisten Bereichen.

  5. Nokia Handys sagt:

    Das Produzierende Gewerbe wird imme mehrr aus Deutschland verschwinden. Unsere Politik muss nun endlich aufwachen und etwas für die Bildung unserer Bürger unternehmen. Unser Land benötigt in Zukunft besser qualifizierte Schulabgänger. Für Menschen mit niedriger Bildung wird in Zukunft nur noch Hartz 4 bleiben.

    In Skandinavischen Ländern hat man dieses bereits erkannt und viel mehr in Bildung investiert. Die Gelder die in Deutschland für Subventionen von Produktionsstandorten ausgegeben werden, die dann über kurz oder lang doch weggehen, sollten lieber in Bildung investiert werden.

    Bei mehr Bildung müssten wir an anderer Stelle auch nicht über Jungendkriminalität diskutieren.

  6. Sebastian sagt:

    Ein sehr wahrer Gedankenansatz. Vor allem,wenn man die Zusammenhänge sieht zwischen Bildung,Arbeitslosigkeit und Kriminalität.

    Aber wahrscheinlich werden bei den nächsten Wahlen wieder diejenige gewählt die am lautesten schreien und nicht die die das beste Programm haben.

  7. friedman-gegnerin sagt:

    Freie Marktwirtschaft ist Anarchie!
    Stoppt Privatisierung!
    Stoppt Deregulierung!
    Stoppt Sozialabbau!
    Denn dies alles führt uns in bittere Armut und Arbeitslosigkeit.
    Siehe Südamerika. Bekämpft den Irrglauben einer freien Marktwirtschaft, bei der ein paar wenige Familien profitieren werden, der Rest verhungert! siehe arabische emirate. Startet euer Denken und wehrt euch.

    EDIT durch Admin : den letzten Satz mit dem Kapfaufrauf kann ich leider nicht so drin lassen.

  8. Sebastian sagt:

    Hallo, ob nun die freie Marktwirtschaft der Anarchie entspricht weiß ich nicht.

    Die derzeitigen freien Marktwirtschaftsmodellen die angewand werden sicherlich nicht,denn es hat dann nicht mehr jeder alle Möglichkeiten sondern es wird von den Konzernen vorgegeben was zu sein hat.

    Die Konzerne sind dann nun die Gesetzgebende Macht und nicht mehr das Volk.

    Das dies alles in die Armut führt ist schon richtig,aber nur so funktioniert Reichtum, in dem die anderen weniger haben als man selber.

    Was dies mit den Arabischen Emiraten und Südafrika zu tun hat sehe ich an dieser Stelle nicht so sehr.

  9. friedman-gegnerin sagt:

    hallo
    ich sprach von südamerika nicht südafrika.
    Die regierungen müssen den wirtschaftsdiktatoren einhalt gebieten, sonst geht der lohnklau weiter. du wirkst naiv, wenn du behauptest, das volk hätte heute irgend etwas zu melden. selbst in der schweiz ist die diktatorische wirtschaftsführung aus singapur am drücker. dies haben wir dem stinkenden milton friedman und seinen chicago boys zu verdanken, die zwar nicht auf drei zählen können aber davon profitieren, dass die menschen aller völker noch debiler sind. alle hoffen, von der wirtschaftsdiktatur zu profitieren und unterstützen sie deshalb. profitieren werden aber keine 10%.

  10. Sebastian sagt:

    Also, zuerst habe ich mal das doppelte Kommentar gelöscht,war ja das gleiche in beiden drin.

    Richtig, Du sprachst von Südamerika.Hatte das wohl irgendwie falsch im Kopf nun verstehe ich auch was du damit sagen möchtest.
    Ergab eben leider,da ich an das falsche dachte nicht so den Sinn für mich.

    Im Grunde ist es schon richtig,was du sagst, nur verstehe ich nichts von den Aufgeführten Beispielen, kenne keinen Milton Friedman zum Beispiel und auch nicht die Wirtschaftsprüfer noch die Chicago Boys, da ich nicht so in diesem Thema drin bin.

    Vielleicht hast du noch weiterführende Links hierzu.
    Wenn ja, nicht mehr als einen pro Beitrag da diese sonst direkt in die Warteschlange gelangen wegen dem Spamverdacht.

  11. sozialwirtschaftlerin sagt:

    hallo sebastian,

    milton friedman ist ein amerikanischer wirtschaftswissenschaftler, der seit 2006 tot ist. aber er hat sich die ganze geschichte mit dem katastrophenkapitalismus ausgedacht und es in chile am volk ausprobieren lassen. überleben soll nur, wer geld hat. keine sozialhilfe mehr. diktatur. naomi klein hat dies in ihrem buch “die schock-strategie” beschrieben. die wollen mit katastrophen das volk schockieren und die traumazeit benützen, um sich an die macht zu putschen und schreckliche änderungen vorzunehmen. ich hoffe, dass das volk endlich einsieht, dass es verarscht wird und dir wünsche ich alles gute.

  12. Sebastian sagt:

    Ahh, jetzt verstehe ich, von Naomi Klein habe ich auch schon etwas gehört aber leider noch nicht selber gelesen.

    Aber in Südamerika wurden schon so einige Experimente und Putsche durchgeführt.

    Ich hoffe nun hat diese Experimente an Völkern dort erstmal ein Ende.
    Aber wie schnell alles wieder zusammenbrechen kann sieht man ja derzeit wieder in einigen Staaten.

  13. christian sagt:

    Der Grund keine Nokia Handy’s mehr zu kaufen liegt vielmehr darin, daß Nokia bewußt einen Subventionsbetrug begangen hat. Es wurden nicht so viele Arbeitsplätze geschaffen, wie vereinbart, um die Subventionen zu bekommen. Das wußte offenbar auch du Rot-Grüne Regierung in NRW, hat aber nichts unternommen. Inzwischen ermittelt auch wohl schon die Staatsanwaltschaft Essen gegen Nokia. Hätte Nokia vor Jahren mit offenen Karten gespielt, hätte die Regierung die Gelder statt für Subventionen gleich für die Mitarbeiter in anderer Form verwenden können. So werden wir alle wohl ein zweites Mal für die Entlassenenen via Steuern zur Kasse gebeten, es sei denn es gelingt die Gelder von Nokia zurück zu bekommen.